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Galerie Kunstkeller aktfotoARTdresden

„Nachts im Freien“ Nachtaufnahmen von Volkmar Fritzsche

In der Nacht sind alle Katzen grau.
Eine Nacht weiß viel zu erzählen.
Wer die Nacht sucht, muß die Sterne in Kauf nehmen.
Man soll die Nacht nicht vor dem Morgen loben.
Die Nacht ist die Mutter von Gedanken.
Wenn die Nacht anbricht, sind alle Frauen schön.
Wenn die Nacht am dunkelsten, ist die Dämmerung am nächsten.

Jetzt habe ich Sie/Euch mit genügend Sprichwörtern zugetextet. Vielleicht fallen Ihnen ja noch ein paar mehr ein zum Thema Nacht.
Auf jeden Fall hat Volkmar Fritzsche in einer Nacht-und bestimmt nicht „Nebel“aktion seine Kamera und die dazugehörigen Utensilien geschultert und ist ausgerückt ins Freie. Im Wissen: „Wenn die Nacht anbricht, sind alle Frauen schön“. Aber nein! „Die Nacht ist (ja nur) die Mutter von Gedanken“. Ich möchte ihm diese nicht unterstellen. Denn es ist sein selbst gewähltes Thema zur heute zu eröffnenden Schau: „Nachts im Freien“.
Der Fotokünstler hat Neues und Älteres gemixt und präsentiert uns eine breite Auswahl seiner Nacht- und gleichzeitig – wie könnte es anders sein – Aktaufnahmen . Dabei sind solche, die vor einigen Jahren mitten in der Innenstadt aufgenommen wurden. Kein leichtes Unterfangen. Denn Zeit und Ambiente mussten stimmen und die Modelle mussten gewillt sein, nackt in die Öffentlichkeit zu treten – auch wenn gegen Mitternacht kaum noch Leute unterwegs sind. Neben direkten Aufnahmen in Parks, an Elbbrücken, Yenidze und Canalettoblick existieren dazu gleichberechtigt die Collagen, die ich hier nicht benenne. Die sind einfach so perfekt, dass man ihnen die Montage nicht ansieht.
Nebenbei, ein gutes Foto kann in einer Sekunde entstehen, eine Collage kann Stunden sensibler Arbeit brauchen…
Weit mehr als die Hälfte der Arbeiten sind jedoch im warmen letzten Sommer neu hinzugekommen.
Vor allem in heimischen Gärten. Ja, Sie haben richtig gehört! Was mit Fotos im eigenen Grundstück begann, setzte Volkmar Fritzsche nun im Garten seiner Modelle fort.
Gemäß dem Motto „Eine Nacht weiß viel zu erzählen“ gelangen ihm auch hier wieder Bildkompositionen, die uns in ihrer humoristischen Art zum Lachen oder mindest zum Lächeln bewegen.
„Man soll die Nacht nicht vor dem Morgen loben.“, sprach das Hexlein und versteckte sich hinter dem Busch, um nochmal tief durchzuatmen und als halbnackte Fee wieder aufzutauchen.
Dass, „wer die Nacht sucht, die Sterne in Kauf nehmen muss“, haben wir eingangs schon gesagt, denn so leicht ist es eben nicht bei Nacht zu fotografieren. Nächtliche Lichtverhältnisse erfordern eine lange Belichtungszeit oder mobile Blitzlampen. Der Bildautor war mit ein bis zwei Blitzlampen unterwegs und vermeidet dabei den Frontalblitz der Kamera.
Und manchmal will man sie ja auch direkt, die „Sterne“, wofür ich eine Fachfrau aus dem Internet zitiere:
„Um bei direkten Lichtquellen wie Straßenlampen o. Ä. die allseits beliebten Blendensterne aufs Bild zu bannen, empfiehlt sich, je nach verwendetem Objektiv, die Blende zwischen f8 und f32 einzustellen. Bei weit offener Blende erscheinen die Lichtquellen nämlich nur als diffus glühende Kreise. „
Mehr Technik werde ich heute aber nicht erwähnen. Denn uns geht es ja vor allem um die Bildmotive.
Dass nachts nicht „alle Katzen grau sind“ können Sie nun sicherlich bestätigen. Der Bildautor hat „die Katze aus dem Sack“ gelassen und alles, was noch so drin war. Ich glaube, er wollte auch nur mit dem Argument liebäugeln, dass die Schwarz-Weiß-Fotografie nach wie vor sein liebstes Fotometier ist. Dass er trotzdem auch farbige Lichtpunkte zu setzen vermag, weiß, wer regelmäßig seine Ausstellungen hier besucht.
Für diese Ausstellung wünschen wir Ihnen einen guten Durchblick, denn Sie wissen ja:
„ Wenn die Nacht am dunkelsten, ist die Dämmerung am nächsten.“

Solvig Frey
20.November 2018

 

kunstkeller-dresden.de/ausstellung.htm