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Galerie Kunstkeller aktfotoARTdresden

 

„Lebensräume – Lebenszeiten”
 taktvolle Aktfotografien von Menschen zwischen 18 und 80 Jahren


Wir erinnern uns: 3 Jahre ist es her, dass wir das 20jährige Jubiläum der Galerie Kunstkeller gefeiert haben.
1996 als Galerie gegründet, 2006 Orientierung auf  zeitgenössische Aktfotokunst, 2019 nun die Ankündigung des Gründers, Betreibers, Galeristen und Fotokünstlers Volkmar Fritzsches die Galerie ab Mitte des Jahres in ein Museum umzuwandeln.
Mit seiner letzten Personalausstellung greift der Fotokünstler Volkmar Fritzsche noch einmal tief in sein Bildarchiv. Dem selbst gewählten Motto folgend, stellt er in den vier Räumen Fotoarbeiten, unterteilt nach Alters-gruppen zur Schau. Dass diese Schau ausschließlich im klassischen Schwarz-Weiß-Stil daher kommt, verwundert nicht. (Eine kleine Ausnahme werden Sie dennoch entdecken.)
Back to the roots, zurück zu den Wurzeln, möchte man – oberflächlich betrachtet -  konstatieren. Der Künstler hat sich jedoch seit Langem Gedanken über diese Ausstellung gemacht und Material älteren sowie jüngeren Datums  zusammengetragen.
Ein kleiner Rückblick durch sein fotokünstlerisches Schaffen  sollte an dieser Stelle erlaubt sein:
Zu seinen ersten Arbeiten gehörten Aktfotos auf der Grundlage von Diavorlagen, Farbspiele, die er auf seine Modelle strahlte. Er nannte diese Arbeiten Lightpainting-  bilder.
Ein „Abstecher“ in die Bildreportage mit dem Zyklus „Tantra“ zeugte danach von seinem Experimentierdrang.
Es folgten Arbeiten in Verbindung mit Kunst sowie die aufwändigen multiplen Werke.
Neben Studiosessions nahmen Shootings im Freien zunehmend Platz ein, eröffneten sie doch dem Fotokünstler in der Vielfalt der Örtlichkeiten, Jahreszeiten und Lichtverhältnisse weitere Möglichkeiten und Räume.
Zuletzt konnten wir hier „Nachts im Freien“ - einen Querschnitt durch seine nächtlichen Aktfotoaufnahmen sehen.
Ob Tanz, Musik oder Kunst – bei diesem thematisch breiten Spektrum war die Farbfotografie ein unverzichtbares Stilelement.
Wenn diese Ausstellung nun vom klassischen Schwarz-Weiß-Stil lebt, dann auch aus dem Grund, weil der Fokus nicht vorrangig auf Bildinhalten oder -ideen liegt, sondern
die Modelle stehen in ihrer jeweiligen Lebenszeit im Vordergrund des Betrachtens. Dafür hat der Galerist die Räume in vier Etappen gegliedert und zur besseren Übersicht jedem Raum eine Portraitsammlung der darin vertretenen Modelle beigefügt. Gleichzeitig ist sie ein Dankeschön an die Mitarbeit seiner Modelle bei seiner künstlerischen Arbeit. Eine schöne Idee, wie ich finde.
Und wenn sich oft in der Aktfotografie Schönheit über das Alter definiert, so liefert Volkmar Fritzsche mit seinen Modellen den Beweis dafür, dass Schönheit nicht altersabhängig ist. Sich selbst zu lieben, ist allerdings Voraussetzung um sich in dieser Art von ihm ablichten zu lassen.
80 Jahre ist das älteste Modell, 18 Jahre das jüngste. Welch Lebensspanne liegt zwischen diesen Jahrzehnten: die junge Erwachsene mit ihren Träumen und Sehnsüchten, kurz nach ihrer Berufsausbildung oder kurz vor ihrem Studium und in Begriff in Kürze eine Familie zu gründen.
Der Zeitstrahl öffnet sich weiter jenseits der 30er. Die Wege scheinen geebnet, der Boden fruchtbar.
Und dann die Erntejahre: die Fürsorge für die Kinder ist nun Geschichte. Diese sind nun selbst erwachsene junge Menschen mit eigenen Lebensentwürfen. Die Partner sind alte oder neue, die Hobbys auch, trotzdem warten noch ungeahnte neue Entdeckungen.
Das Alter schreitet voran und noch immer sind die Alten noch nicht alt genug um sich damit abzufinden. Sie begehren auf und mischen sich ein und fühlen sich wohl. Sie tanzen, sie malen, sie lieben.
Der Galerist hat mit dem Thematisieren der Altersgruppe, die er schon 2008 in der Ausstellung „Jenseits der Lebensmitte“ zeigte, ein oft in unserem Alltag tabuisiertes Terrain betreten. Die Jungen mögen es lieber fortschweigen, das Alter. Und sicher: in diese Galerie verirren sich nicht Viele unterhalb der Lebensmitte. Die, die es taten und immer noch tun, die kommen wieder. Weil sie spüren, dass hier etwas Besonderes gewachsen ist, dem hier Raum gegeben wird. Und die, die mit den Jahren hier älter geworden sind – ich schließe mich damit ein – wissen diese Besonderheit zu schätzen.
Großen Dank gebürt somit dem Begründer, Betreiber und Begleiter der Galerie: Volkmar Fritzsche.
Durch ihn haben alle, die wir hier sehen – und ich stelle fest, einige von denen sind auch heute unter uns – viel gewonnen: Selbstvertrauen und Mut zur Selbstver-wirklichung. Dabei hatten wir all die Jahre einen vertrauensvollen Partner an unserer Seite, der nicht nur ein Ohr für die Umsetzung manch gewagter Fotoidee hatte und hat, sondern auch für unsere kleinen und größeren Sorgen.
 
Sind die Jüngeren auch ausgeflogen, die Älteren nunmehr beständige Begleiter geworden und die Ältesten unter uns teilen ebenso noch die Freude am Spiel mit dem fotografischen Auge, so wünschen wir alle uns doch ein wohlwollendes und breites Interesse für die hier gezeigten Bestands-Aufnahmen der Lebenszeiten.

Solvig Frey
12. März 2019

www.kunstkeller.de