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Galerie Kunst und Eros

 

Michael Hofmann „Mit allen Sinnen“
10. Mai 2019 in der Galerie Kunst&Eros

Schlagschatten. Als meist ungeliebte Effekte in der Fotografie werden sie wegdoziert. Manchem sind sie Stilmittel, Anderen titelgebendes Musikalbum.
Und während der eigene Schatten Normalität ist, kann der  begleitende Schatten Unruhe hervorrufen.
Wenn aber – wie hier - ein Ereignis seit Wochen seinen Schatten voraus wirft, dann ist die Freude groß.
Vor einiger Zeit kündigte Janett Noack an, das 10jährige Jubiläum ihrer Galerie gebührend feiern zu wollen.
Und nun ist sie hier, die Galeristin und Künstlerin und begrüßt Sie heute auf eine ganz besondere Art und Weise:

„Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“

„Mit allen Sinnen“ ist das passende Thema dieser Ausstellung, die das 10jährige Galeriejubiläum begleitet. Wir hoffen natürlich, dass Sie, verehrte Gäste und Besucher, die Bilder des Künstlers Michael Hofmann dem Lied gleich „wie Motten das Licht“ umschwirren werden.
Vorwiegend Holzschnitte und einige Malereien wecken die  Neugier und streicheln die Sinne auf eine sehr angenehme Art und Weise.
Der Künstler, von dem in der Galerie Kunst & Eros erstmals Bilder in einer Personalausstellung zu sehen sind, ist kein Unbekannter. Seine Bildsprache und seine ureigenste Form- und Farbgebung von Figuren und Landschaften ist nicht nur innerhalb der Grenzen der Landeshauptstadt bekannt. Während hier aber die Häuschen in ihrer bunten Farbenvielfalt, mit offenen oder geschlossenen Fensterläden, weitestgehend fehlen, bevölkern vielmehr Paare, frivole Damen, träumerische Szenerien und vor allem tierische Begleiter die Bilder.


„Mousehole“ ist dabei ein Bild, von dem aus der Betrachter gern seinen Rundgang ausrichten kann. Der Ort, an der südenglischen Küste gelegen, ist eine etwa 850 Einwohner zählende Hafenstadt, sehr malerisch eingebettet in eine weitläufige Bucht. Nicht nur der Dichter Dylan Thomas verbrachte hier der Legende nach seine Flitterwochen, auch der Maler Michael Hofmann kam hierher und skizzierte, was er später in einem Holzschnitt künstlerisch verarbeitete.
Der Name bleibt rätselhaft, ist in einer Erklärung zurückzuführen auf sein landschaftliches Erscheinungsbild. Gleichzeitig gibt die ursprüngliche Herleitung seines Namens von dem kornischen Wort Mowesheyl  als „an der Mündung des Flusses der jungen Frauen“ eine schöne Allegorie für den Ausstellungsrundgang. Denn so schön wie der Rahmen sind die Damen, auf den Bildern und auch im nächsten Lied:

„Mein Liebchen hat ein Etwas“

Vom Rahmen sprach ich gerade. Gewöhnlich meint man die  das Kunstwerk schützende Hülle. Funktionell kann diese sein, aber auch schmückend, im besten Fall hervorhebend und unterstreichend.
Betrachtet man die hier sorgfältig ausgewählten Arbeiten, fällt auf, dass der Künstler bereits beim Gestalten an ein explizites Hervorheben seiner Motive gedacht hat. Er bringt ein schmückendes Element, das gleichzeitig funktional ist, gleich mit ins Bild. Mosaikförmig windet sich zum Beispiel eine Schlange um eine figürliche Darstellung, schmuggeln sich Vögel an den oberen Rand eines Blattes, könnte der schwarz-weiß geringelte Schwanz der Katze gut die Verlängerung eines Frauenarms auf der Sofalehne sein.
Überhaupt haben Katzen es bei Michael Hofmann sehr leicht Eingang in dessen Bilder zu finden. Der Kater, der seit gut 6 Jahren bei Familie Hofmann sein Zuhause hat – darf man ihn benennen? - also: MORITZ traut keinem Werk über den Weg, das er nicht selbst inspiziert. Hoheitlich wacht er auf den gestapelten Werken seines Meisters. Kein Wunder, dass Michael Hofmann bei so viel majestätischer Hingabe an seine Kunst das Katertier in vielfacher Ausführung seinen Bildern beigibt. Ob Moritz nun „am offenen Fenster“ zusieht, wie Frauchen sehnsuchtsvoll auf die Weiten der Felder schaut oder im Akt „alles im Griff“ hat...da war nicht nur Phantasie mit von der Partie.
Nach einem „Zaghaften Rittversuch“ „Abends am See“ lässt der „Zaubermond“ das „Ungleiche Paar“ verweilen. Doch noch ist es nachts etwas frisch und eine „Sommernacht“ in weiter Ferne. „In froher Erwartung“ probt das Paar „Die Kunst der Verführung“. Besteht sie aus Spiel oder Lust oder ist sie vielleicht auch ein Kräftemessen? Wer legt die Karten offen?
Und wie ist es mit Ihnen - lassen Sie sich auch gern verführen? Dann versuchen Sie es doch mal mit einem „kleinen Frühstück“ am oder im Bett. Sie wissen ja, was außer Brötchen dazu gehört. Quietschgrüne Shorts sind kein Muss, aber vielleicht „Der Apfel danach“?

„Ich will keine Schokolade“


Bei aller Verführung und Vergnügung nun aber noch ein paar Tatsachen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.
Von jeher in Sachsen beheimatet, bewohnt der Künstler Michael Hofmann seit zwanzig Jahren ein Haus unterhalb der Radebeuler Weinberge. Sein Kunststudium bei Prof.Bondzin liegt nun viele Monde hinter ihm und er kann auf ein großes Werk zurückblicken. Viele Ausstellungen, die sich nicht auf Sachsen begrenzen lassen, Arbeiten im öffentlichen Raum und in Museen und Sammlungen, darunter den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und den Kunstsammlungen Chemnitz, internationale Ausstellungsbeteiligungen bspw. in Schweden und Österreich liegen auf seinem Weg. Seine Freundschaft mit Schriftstellern wie Thomas Gerlach und Michael G. Fritz ließ  gegenseitig inspririerte Werke entstehen.
Ich möchte Sie bei dieser Gelegenheit sehr auf das hier erhältliche Büchlein „Ein Weinfest in der Haußgaß“ unter Mitwirkung von Thomas Gerlach hinweisen.
Dass u.a. Eva allein in der Ausstellung hängen muss und bei Anwesenheit der drei Grazien Paris leider auch fehlt – nur der Apfel im Bild zeugt noch von seiner vormaligen Präsenz– liegt daran, dass der Künstler mit der verlorenen Form im Holzschnitt arbeitet und aus dem Druckstock nur 8 bis 10 Arbeiten anfertigt. Es sei also Schnelligkeit und Entscheidungsfreude angeraten, wer hier ein Blatt des Künstlers mit nach Hause nehmen möchte.
Um Ihnen Zeit zum Nachdenken darüber zu gönnen, möchten wir ganz im Sinne des Künstlers und seines Bildes mit dem Titel „Oh wie schön“ einen allseits beliebten Kassenschlager zum Besten geben.
Dabei wünschen wir – das sind Janett Noack, Christian Mögel ( „er spielt das Lied von Sehnsucht und Schönheit“) und Solvig Frey – einen anregenden Galerierundgang in dieser und vielleicht auch in einer der anderen Galerien des Barockviertels.
Doch zunächst möchten wir mit Ihnen die Ausstellungseröffnung mit der Kunst von Michael Hofmann sowie das 10jährige Bestehen der Galerie von Janett Noack feiern.

„Bei mir bist du schön“



Solvig Frey
Dresden, 10.Mai 2019



www.kunstunderos.de