Kurt von Sarah Kuttner

In München erlebte ich am vergangenen Sonntag (20.10.) meine erste Lesung mit der Moderatorin und Schriftstellerin Sarah Kuttner. Sarah Kuttner (jawohl: die Tochter von Jürgen Kuttner) liebt -wie ihr Vater- die Ordnung.  Also gab es vorneweg eine Ansage ob der Länge von Lesung, Frage-, Antwort- sowie Signierrunde, etwaige Vorwarnung ob der Länge der Antworten inklusive. Aber das kannte ich dann ja bereits. Eine total symphatische, aufgeschlossene und aufs Publikum neugierige Sarah Kuttner betrat leger in Schwarz gekleidet und bemützt die Bühne und legte nach all den vorangestellten Erklärungen los mit Textauszügen ihres neuen Buches „Kurt“. „Wie der Vater, so der Sohne“ – den Spruch kennt man ja und so tragen beide Hauptfiguren denselben Namen, was die Sache einerseits vereinfacht, andererseits einen etwas bitteren Beigeschmack hat. Denn von zwei Kurts zu Beginn bleibt nur einer übrig – welcher, sei hier nicht verraten. Doch, wie die Autorin selbst auch sagt, kommt es nicht wirklich darauf an. Denn Hauptanliegen war ihr der Situation einer Patchworkfamilie nachzuspüren, was ihr offensichtlich (den Auszügen nach zu urteilen) leicht fiel in eine humorvolle, umgangssprachliche  Textform zu bringen.

Die anschließende Fragerunde offenbarte einige für mich interessante Internas, speziell, als es um Herangehensweise, Schreibprozess und Themenfindung ihrer Bücher ging.  Doch eine Sache konnte auch die Autorin von einer Besucherin lernen: Yoni ist nicht nur der Name einer Protagonistin in ihrem Buch, sondern auch die tantrische Bezeichnung für Vagina.

Ich habe Sarah Kuttner sehr gern zugehört und bin nun gespannt auf „Kurt“ in Buchform. Und gespannt können wir alle sein auf die Verfilmung von „Kurt“ durch Till Schweiger.