Machiavelli – Podcast zu Rap & Politik

Letzten Sonntag erlebte ich einen deutschen Podcast live in Österreich, in Wien.  Überraschend frisch, klug und witzig diskutierten die jungen Journalisten Vassili Golod und Jan Kawelke über Menschen mit einer Stimme und Menschen mit Macht. Sie vermittelten – wie klingt eigentlich Rap auf Russisch und wer spricht Russisch in Wien? –  sogar mit eigener musikalischer Einlage, woher Rap stammt, wie die Geschichte hinter dem, was wir heute mit einem vordergründigen Erscheinungsbild abgleichen, aussieht, wo die Wurzeln der ursprünglich den afroamerikanischen Bewohnern vorbehaltenen Musikrichtung liegen.  Hervorgegangen aus der Black Panther Party in den 60er Jahren fand diese (eigentlich politische) musikalische Ausdrucksweise ihren Widerhall schon bald in Europa. In der Liveshow wurden mit der anwesenden DJane nicht nur musikalische Helden zitiert, sondern auch gegenwärtige musikalische Entwicklungen beleuchtet. Am Beispiel der Londoner Randviertel  thematisierten Golod und Kawelke u.a. Grime als neue Musikrichtung und Lebensart , die auch Sibylle Berg in ihrem aktuellen Buch „Grime“ beschreibt.

Gibt es weißen Rap –  diese Frage wurde in Teil 2  mit dem Gast aus Österreich beantwortet, dem Rapper Mavi Phoenix. Mavi brachte aus seiner Sicht  u.a. die abwertende Haltung im Rap  gegenüber Frauen in die Diskussionsrunde mit ein. Damit konnte er aus der eigenen Erfahrung schöpfen, da er seit 2019 als Transgender  lebt. Seine neue Platte ist Ausdruck dieses Umwandlungsprozesses und ein offenes und sehr persönliches Statement dazu und zum Umgang mit Diversity.

An dieser Stelle eine Empfehlung für den Podcast, in den man unbedingt öfters hineinhören sollte:

(Diese Folge wurde vor dem Anschlag in Hanau aufgenommen.)https://www1.wdr.de/radio/cosmo/podcast/machiavelli/machiavelli-black-history-month-megaloh-aminata-toure-100.html